Der Handlungsansatz Case Management
 

Sozialmedizinische Nachsorge ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die eine hohe Fachkompetenz von den Mitarbeiter/innen verlangt. Um den vielfältigen Problemstellungen gerecht zu werden, arbeitet die Sozialmedizinische Nachsorge nach dem Modell des Bunten Kreises erfolgreich mit der Methode "Case Management".

Faktoren für Case Management

Case Management ist bei Patientenfamilien angebracht, die einer hohen oder komplexen Belastung ausgesetzt sind und die selbst nicht über ausreichende Ressourcen verfügen. Bei folgenden Faktoren sollte Case Management eingesetzt werden.    

schwerste Erkrankung
belastende Prognose (lebenslimitierend, chronisch)
invasive oder komplexe Behandlung
soziale Schwierigkeiten
kulturelle oder sprachliche Barrieren
wirtschaftliche Probleme
Familien- und Beziehungsprobleme
psychische Probleme wie Krankheitsakzeptanz, Anpassungsprobleme, psychische Störungen 

ARBEITSWEISE VON CASE MANAGEMENT

Case Manager/innen arbeiten auf drei Ebenen parallel:
auf der Fall-, Organisations- und Systemebene.

  • Auf der Fallebene bieten sie den Betroffenen eine auf ihre persönliche Lebenssituation zugeschnittene Hilfe zur Problem-und Krisenbewältigung. Hier steht der Patient mit seinen Bezugspersonen im Mittelpunkt.
  • Auf der Organisationsebene beteiligen sich Case Manager/innen an der Weiterentwicklung patientenorientierter Versorgungsabläufe.
  • Auf Systemebene fördern die Case Manager/innen die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen, die für schwer und chronisch kranke Kinder und Jugendliche zuständig sind und bauen ein sektorenübergreifendes Helfernetzwerk auf.
     

Download PDF



 Auf allen Ebenen wird strukturiert in mehreren Phasen vorgegangen:

  • Mit der Familie wird ein Assessment durchgeführt und ein Belastungs- und Ressourcenprofil erstellt.
  • Der darauf basierende Hilfeplan wird auch mit den Ärzten abgesprochen.
  • In der Durchführung sind Vernetzung, Aufklärung, Motivation, Organisation und Anleitung wesentlich.
  • Fortschritte werden beobachtet (Monitoring) und dokumentiert.
  • Bei der abschließenden Evaluation wird überprüft, ob die Ziele aus dem Hilfeplan erreicht wurden und die Nachsorge abgeschlossen werden kann, oder ob ein erneutes Assessment durchgeführt und die Nachsorge weitergeführt werden muss.

 

 Download PDF

 

Case Manager/innen verknüpfen vorhandene Hilfen, zeigen Defizite auf und wirken darauf hin, dass Lücken geschlossen werden.

Grundlagen des Case Managements sind die Rahmenempfehlungen der DGCC (Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management).

 

ANSPRECHPARTNER

CHRISTIANE BADER
Leitung Case Management Ausbildungen

Mail:

christiane.bader(at)ispa.bunter-kreis.de
 

 
ISPA-Bunter Kreis gGmbH, Stenglinstraße 2, 86156 Augsburg, Tel. 0821 400 4860, Fax 0821 400 174840